Ein großer Schritt hin zur Klimaneutralität in Bargteheide

Der Wärmebedarf in Gebäuden ist in Schleswig-Holstein mit 42% für den Ausstoß von klimaschädlichen Treibhausgasen verantwortlich und liegt damit noch vor dem Verkehrssektor. Das ist auch in Bargteheide der Fall. Der Ersatz von fossilen Brennstoffen bei den Heizungen ist ein wichtiger Bereich hin zur Klimaneutralität. Wegen der erforderlichen Investitionen, die von den Mietern und Hausbesitzern getragen werden müssen, werden die richtigen politischen Weichenstellungen seit Jahren hin und her diskutiert.
Es gibt nicht nur Fördermaßnahmen für die Umstellung der Heizungen. Die Städte und Gemeinden wurden auch verpflichtet, eine kommunale Wärmeplanung zu erstellen. Die Ergebnisse der Wärmeplanung wurden der Öffentlichkeit vorgestellt. Ein Beschluss der Stadtvertretung wird im Juli erfolgen.
Die Wärmeplanung gibt einen groben Überblick, wo neben den bestehenden Nahwärmenetzen weitere Wärmenetze sinnvoll sind. In vielen Gebieten von Bargteheide sind Einzellösungen durch Wärmepumpen sinnvoller. Denn Wärmenetze verlangen hohe Investitionen in Leitungsnetze und sind im Betrieb nur wirtschaftlich, wenn viele Abnehmer auf engem Raum vorhanden sind.
Auch die bestehenden Nahwärmenetze in Bargteheide werden zurzeit mit gasbetriebenen Kesseln und Motoren betrieben und müssen in Zukunft dekarbonisiert werden. Durch eine Kooperation der Stadtwerke Bargteheide und der Hansewerk natur wird nicht nur das Nahwärmenetz An den Fischteichen zukünftig durch eine Großwärmepumpe mit Warmwasser versorgt, sondern im Norden von Bargteheide soll ein neues Nahwärmenetz entstehen. Durch die Zusammenarbeit beider Unternehmen konnte erreicht werden, dass Bargteheide eines der ersten Umstellungsprojekte in Schleswig-Holstein wird.
Die Heizzentrale am Freibad versorgt nicht nur das Wohngebiet An den Fischteichen, sondern auch das Eckhorst-Gymnasium und erwärmt im Sommer das Wasser im Freibad. Später könnte sich das Amt Bargteheide-Land entscheiden, die Johannes-Gutenberg-Schule, die Kita Eckhorst und die Amtsverwaltung anzuschließen. Im Norden von Bargteheide soll die Großwärmepumpe die Mehrfamilienhäuser in der Holsteiner Straße und die Carl-Orff-Schule sowie die Kita Mühlentor versorgen. Langfristig ergibt sich die Möglichkeit, die Nahwärmeversorgung Richtung Innenstadt zu erweitern und die Nahwärmenetze im Süden und im Norden zu verbinden.
Neue Nahwärmenetze werden nur entstehen, wenn sie gegenüber Einzellösungen in Gebäuden wirtschaftlich sind. Ein Anschluss an die neuen Nahwärmenetze bleibt für die Eigentümer freiwillig. Ein Anschluss- und Benutzungszwang über eine städtische Satzung ist nicht vorgesehen. Die Kooperation der Stadtwerke mit Hansewerk natur sieht deshalb auch eine Beratung der Hauseigentümer vor Ort durch die Stadtwerke vor, wenn ein Anschluss an das geplante Nahwärmenetz möglich ist.
Beide Projekte in Bargteheide sollen bis zum Jahr 2030 umgesetzt werden und sind ein erster Schritt zur Klimaneutralität in Bargteheide.
Jürgen Weingärtner
SPD-Stadtvertreter und Vorsitzender des Aufsichtsrates der Stadtwerke Bargteheide
Foto: Timon Kronenberg